Anton Wilhelm Stolzing zum Thema Auflage

In der Wochenzeitung die Zeit (2. März 2006, S. 58) stand ein Artikel über die Firma Lumas (www.lumas.de). Lumas umwirbt erfolgreich ein Publikum, das Poster- und Museumsshop entwachsen ist, aber sich noch nicht in eine Galerie hineintraut.

Lumas vertreibt signierte und numerierte Color Lambda Prints auf Fujicolor-Crystal-Archive Fotopapier. Die Auflage liegt bei 70 bis 150 Exemplaren zum Preis von etwa 100 bis 400 €. Auf Wunsch werden die Prints gerahmt. Von nicht mehr lebenden Künstlern verkauft die Firma Bilder in unlimitierter Auflage.

Die Zeit berichtet, das Konzept sei durchaus umstritten. So lehnt F. C. Gundlach es rigoros ab, weil eine Inflation der Bilder die Wahrnehmung der Fotografie als bildende Kunst entwerte. Es bestehen Bedenken gegen einen verwässerten und durch Massenware überfluteten Fotomarkt.

Wie steht Anton Wilhelm Stolzing zu diesem Thema? Wohlweislich ist auf meiner Bestellseite nicht die Rede von Editionen. Mir geht es hier wie Ansel Adams, der auch kein Freund von Editionen war. Viele seiner Negative interpretierte er über Jahrzehnte hinweg immer wieder neu. Hätte er sich dieser Möglichkeit berauben sollen? Hätte er gar Negative vernichten sollen, um seinen Kunden die Garantie bieten zu können, nun werde aber auch sicherlich kein neuer Abzug mehr auf den Markt kommen?

In einer Zeit, wo im Zweijahresabstand neue Druckergenerationen auf den Markt kommen, die teils signifikant bessere Ergebnisse ermöglichen als die vorige Generation, kann ich nicht versichern, daß ich von einer Datei keine neuen Drucke fertigen werde. Das widerspräche der künstlerischen Freiheit. Wenn ich ein Bild gesättigter oder blasser, glänzender oder matter will, dann lasse ich mir diese Möglichkeit nicht nehmen.

Dies bedeutet nicht, daß ich Editionen rundherum ablehne. Würde ich beispielsweise in die klassische Dunkelkammer zurückkehren, so wären Auflagen durchaus sinnvoll. Man würde ein bestimmtes Negativ auf eine bestimmte Weise eben so und so oft vergrößern. Entsprechende Hinweise würde ich in den Galerien selbstverständlich geben.

Dies bedeutet auch nicht, daß ich nicht die Gefahr der Massenware sehe. Wer einen echten Anton Wilhelm Stolzing kauft, kauft keine Massenware. Darauf weist die Bestellseite gleich zu Anfang hin. Anton Wilhelm Stolzing signiert und führt über seine Verkäufe Buch. Er reagiert auch auf Kundenwünsche bezügliche der Gestaltung der Drucke. Noch sind die Galerien Anton Wilhelm Stolzing ein Geheimtip. Würden aber bestimmte Bilder zu stark nachgefragt, würde ich mit einer radikalen Preiserhöhung für diese Bilder reagieren, um die Nachfrage zu begrenzen.

Man weiß nicht, was die Zukunft bringt. Aber im Moment scheint mir dies die geeignete Politik zu sein, um die unterschiedlichen berechtigten Anliegen unter einen Hut zu bringen.

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