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Batavia 510 - eine Allegorie auf Westerwelle?

Ich habe keine Sympathie für Guido Westerwelle. Seine Karriere ist ein einziges Schurkenstück, von dem Moment an, als er die Jungen Liberalen gründete und die ehemalige progressive Jugendorganisation der F.D.P., die Jungdemokraten, zerstörte. Die Leichen seiner politischen Gegner, von Wolfgang Gerhardt, bis, in diesem Falle wörtlich zu nehmen, Jürgen Möllemann, pflastern seinen politischen Weg. Seine Politik war stets ein Umverteilen von unten nach oben, was mit dem schönen Wort "Leistung muß sich wieder lohnen" verbrämt wurde. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit hetzte er auf Arbeitslose. So einen Mann kann man nicht mögen.

Und doch, jetzt habe ich schier Mitleid mit ihm. Sollte er endgültig über etwas stürzen, woraus ihm kein Vorwurf zu machen ist, nämlich daß er unsere Jungs von der Bundeswehr halbwegs aus Libyen rausgehalten hat?

Das wäre grotesk, und es würde mich an Annette von Droste-Hülshoffs Ballade "Die Vergeltung" erinnern: Ein schrecklicher Orkan. Ein Passagier rettet sich beim Untergang eines Segelschiffes, indem er einen anderen, kranken, Passagier von der rettenden Planke reißt. Dabei hätte die Planke wahrscheinlich durchaus für beide gereicht. Auf der Planke steht: Batavia. Fünhundertzehn. Er wird gerettet - von einem Piratenschiff.

Kaum drei Monate sind vergangen. Das Piratenschiff wurde aufgebracht. Aus Strandgut wurde ein Galgen errichtet, an dem man die Piraten hängt. Vergeblich hat unser böser Passagier versichert, nicht zu den Piraten zu gehören. Man zerrt ihn zum Galgen, legt ihm die Schlinge um den Hals. In seinem letzten Moment schaut er auf die Planke, aus der der Galgen gezimmert wurde, und sieht darauf eingeprägt: Batavia. Fünfhundertzehn.

Die Gerechtigkeit geht krumme Wege. Vielleicht so auch im Falle Westerwelle.

Und hier nun die Ballade von Annette von Droste-Hülshoff:

Die Vergeltung

 

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